Honig: Wirkung, Sorten & Qualität erkennen
Honig ist ein traditionelles Naturprodukt, das lecker schmeckt und ein wertvoller Bestandteil der bewussten Ernährung ist. Er verwöhnt als süßer Brotaufstrich den Gaumen und wird auch als natürlicher Zuckerersatz zum Süßen verwendet. Aber das ist noch lange nicht alles. Honig gilt aufgrund seiner Inhaltsstoffe als gesundes Lebensmittel und auch weitere Produkte von der Biene, die weniger bekannt sind, werden gerne als Unterstützung für die Gesundheit verwendet.
👉Alles über Honig, seine Inhaltsstoffe & die Sorten
Honig ist eines der spannendsten Lebensmittel. Als Naturprodukt sollte es häufig in die Ernährung einfließen. Honig schmeckt lecker und enthält wertvolle Inhaltsstoffe, die als gesund gelten.
In unserem heutigen Artikel beleuchten wir das Thema Honig von allen Seiten, werfen einen Blick auf die Honigbiene und auf Bienenprodukte, von denen Sie vielleicht noch nie etwas gehört oder die Sie noch nie probiert haben.
Hier eine kleine Vorschau auf den Inhalt:
- Honig – was steckt drin und warum ist er so gesund?
- Hochwertiger Honig vs. Industriehonig
- Die besten Bezugsquellen für guten Honig
- Honigkunde: Die wichtigsten Sorten
- Weitere Bienenprodukte (Wabenhonig, Bienenpollen, Bienenbrot, Met, Gelee Royale)
- Bienensterben, Bienenschutz & wie Sie Bienen helfen können
Inhaltsstoffe & Wirkung: Warum Honig gesund ist
Bienenhonig ist von Natur aus ein Nährstoffpaket. Er enthält keine leeren Kalorien, die dem Körper Mineralstoffreserven bei der Verwertung entziehen. Im Gegenteil: Ein naturbelassener Honig vom Imker liefert Spurenelemente, Aminosäuren und Antioxidantien. Zwar ist Honig kein Heilmittel, jedoch nutzen viele ihn aufgrund der positiven Eigenschaften, die man ihm nachsagt.
Honig ist bekömmlicher als Industriezucker
Wegen seines Geschmacks ist Honig ein beliebtes Nahrungsmittel. Aber vor allem seine Inhaltsstoffe sind für eine ausgewogene Ernährung relevant. Anders als herkömmlicher Haushaltszucker enthält Honig die Einfachzucker Fructose und Glucose (Monosaccharide).
Im Gegensatz zu Industriezucker, ein sogenannter Zweifachzucker, muss der menschliche Körper den Einfachzucker im Honig nicht spalten. Das haben die Bienen bereits bei der Honigproduktion durch ihre Enzyme erledigt. Beim Verzehr liefert Honig dem Körper sofort schnelle Energie und ist magenschonender.
👉Honig vs. Industriezucker – wie sieht es mit den Kalorien aus?
Der Kalorien-Vergleich (pro 100 g):
- Industriezucker: ca. 400 kcal
- Honig: ca. 300 bis 320 kcal
Honig hat also pro 100 Gramm etwa 20 bis 25 % weniger Kalorien. Trotz der besseren Energiebilanz bleibt Honig chemisch betrachtet Zucker, so dass Diabetiker genauso streng auf die Menge achten müssen wie bei normalem Haushaltszucker.
| Typ | Eigenschaften | Gewicht & Kalorien |
|---|---|---|
| Industriezucker | Trocken, locker und leicht. | 1 Esslöffel wiegt ca. 15 g (≈ 60 kcal) |
| Honig | Dicht, schwer und flüssig/cremig. | 1 Esslöffel wiegt ca. 21 g (≈ 65 kcal) |
Ist Honig ein Heilmittel?
Offiziell nein. Allerdings sind seit Generationen viele Menschen davon überzeugt. Da Honig kein Heilmittel ist, darf er nicht als entzündungshemmend oder antibakteriell bezeichnet werden, obwohl zum Beispiel das Bundeszentrum für Ernährung, kurz BzfE hier heiße Zitrone mit Honig aufgrund seiner keim- und entzündungshemmenden Eigenschaften als gesund einstuft. Wortzitat:
Das Getränk liefert Vitamin C und keim- und entzündungshemmende Stoffe aus dem Honig.
Wir schwören übrigens auf unseren selbstgemachten Ingwer-Shot mit frischer Zitrone und Honig, den wir bei ersten Anzeichen von Erkältung, Halsschmerzen und Husten zubereiten.
Die wichtigsten Wirkungen von Honig
Naturbelassender Bienenhonig, der nicht über 40 °C erhitzt wurde, punktet durch bioaktive Inhaltsstoffe, die ihm gesundheitsfördernde Eigenschaften verleihen.
Enzyme: Naturbelassener Honig enthält von Natur aus wertvolle Enzyme und hat einen niedrigen pH-Wert, weshalb er seit Generationen als geschätztes Hausmittel gilt.
Wohltuend im Winter: In warmen (nicht heißen!) Getränken schätzen viele Menschen Honig als wohltuenden Zusatz für Hals und Rachen.
Schutz und Pflege für die Haut: Auf trockenen Hautstellen oder spröden Lippen bildet Honig einen Schutzfilm, der die Haut geschmeidig hält und vor dem Austrocknen bewahrt.
Antioxidantien: Insbesondere dunkle Honigsorten wie Waldhonig oder Tannenhonig enthalten besonders viele Polyphenole, die freie Radikale im Körper binden.
Risiken und Warnhinweise: Wer sollte keinen Honig essen?
Allgemein ist Honig ein gesundes Nahrungsmittel. Dennoch gibt es Menschen, die auf das Naturprodukt verzichten sollten:
- Säuglinge unter 12 Monaten: Im noch unreifen Darm von Babys können Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum Giftstoffe bilden und Lebensgefahr durch Säuglingsbotulismus auslösen.
- Menschen mit Fructose-Intoleranz: Je nach persönlicher Toleranzgrenze kann es beim Verzehr von Honig zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen.
- Allergiker: Ist eine Allergie gegen Bienengift bekannt, Blütenallergie oder Heuschnupfen, sollte die Verwendung von Honig sowie Bienenprodukten ärztlich abgeklärt werden.
Qualität erkennen: Guter vs. minderwertiger Honig
Geschmacklich und auch im Hinblick auf die Inhaltsstoffe gibt es bei Honig gravierende Qualitätsunterschiede.
Die Unterschiede im Herstellungsprozess
Die Honigbiene (Apis mellifera) ist ein absoluter Experte, wenn es um die Honigproduktion geht. Allerdings folgt der Arbeit der Bienen der menschliche Herstellungsprozess und hier entscheidet sich die Qualität des Honigs.
Als Massenware wird industrieller Honig stark erhitzt oder durch Ultrafiltration gefiltert, wodurch wertvolle Enzyme zerstört werden. Da hochwertiger, naturbelassener und sanft hergestellter Honig teuer ist, werden im Supermarkt oft billige, gestreckte Honige angeboten. Sie enthalten zum Beispiel künstlichen Zuckersirup aus Reis oder Mais.
Woran erkennt man guten Honig?
Es gibt drei wesentliche Merkmale, an denen man gute Honige erkennt: Herkunft, Kristallisation, Prüfsiegel.
Ein guter Honig hat eine klare Herkunftsangabe. Der Hersteller verzichtet auf vage Formulierungen wie „Mischungen aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ – diese ist ohnehin laut Honigverordnung nicht mehr ausreichend. Möchten Sie hochwertigen Honig kaufen, achten Sie auf eine glasklare Herkunft wie Honig aus Deutschland. Das Etikett sollte so aussehen, wie das von der GREGA’S Imkerei – eine Familienimkerei.
Wenn ein Hersteller um den heißen Brei herumredet, dass man sich an die deutsche Honigverordnung hält, seine Honige in deutschen Laboren prüft, aber nicht explizit kommuniziert, dass es sich um Honig aus Deutschland handelt, wird zwar taktisch geschickt formuliert, aber die Herkunft des Honigs ganz bewusst verschleiert.
Echter Naturhonig kristallisiert mit der Zeit aus. Zwar kann man erst spät nach dem Kauf feststellen, ob der Honig kristallisiert. Aber ehrliche Hersteller vermerken häufig auf dem Etikett oder in der Produktbeschreibung, dass der Honig kristallisiert. Denn dies ist ein Qualitätsmerkmal, kein Qualitätsmängel.
Prüfsiegel und Zertifizierungen wie die geschützte Bezeichnung „Echter Deutscher Honig“ des D.I.B. oder die Einhaltung strenger Bio-Richtlinien zeichnen hochwertigen Honig aus heimischer Imkerei aus.
Bezugsquellen: Wo sollte man Honig kaufen und warum dort?
Es gibt zahlreiche Bezugsquellen für Honig, aber genauso wichtig wie die Bezugsquelle selbst ist die Herkunft des Honigs.
Wo kauft man Honig am besten?
Am besten kauft man Honig beim regionalen Imker – entweder auf dem Wochenmarkt, im Hofladen oder direkt an der Imkerei. Auch Bioläden oder Online-Shops heimischer Imkereien sind hervorragende Bezugsquellen für hochwertigen Bienenhonig.
Warum ist der regionale Kauf so wichtig?
Imker tragen erheblich dem ökologischen Nutzen und Artenschutz bei. Mit dem Kauf regionalen Honigs finanzieren Sie unmittelbar die heimische Bienenhaltung und die Bestäubungsleistung durch die Biene.
Eine gute deutsche Imkerei setzt auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit, schonende, handwerkliche Gewinnung ohne industrielle Massenverarbeitung und gibt eine Qualitätsgarantie auf ihre Honige. Zudem vermeidet der regionale Honigkauf lange Transportwege und globale Lieferketten und sichert wichtige Arbeitsplätze am Standort Deutschland.
Foto: Zu sehen ist ein kleiner Hofladen eines regionalen Imkers in Mecklenburg-Vorpommern. Hier kann man zu jeder Tageszeit den gewünschten Imkereihonig aus dem Regal nehmen und in die Kasse bezahlen. Damit unterstützt man sowohl die Natur und Bienen vor Ort als auch den Imker.
Honig-Kunde: Farben, Konsistenzen & die wichtigsten Honigsorten
Echter Honig ist kein industrielles Einheitsprodukt. Hochwertiger Bienenhonig erhält durch Natur, Bienen und Handwerk seine einzigartigen Eigenschaften wie Farbe, Sorte und Geschmack. Auch die Konsistenz und die Kristallisieren werden davon bestimmt.
Warum verändert Honig seine Konsistenz und Farbe?
Ob ein Honig kristallisierst oder flüssig bleibt, darüber entscheidet das natürliche Verhältnis der enthaltenen Zuckerarten. Ein hoher Glucose-Anteil (Traubenzucker) wie zum Beispiel in Rapshonig sorgt dafür, dass der Honig schneller kristallisiert und fest oder cremig wird. Enthält der Honig hingegen besonders viel Fructose (Fruchtzucker) – wie etwa Akazienhonig –, bleibt er über Monate oder sogar über Jahre hinweg flüssig. Damit kristallisierende Honigsorten nicht hart werden, greift der Imker regulierend ein. Durch Rühren werden die Kristallstrukturen aufgebrochen und es entsteht eine cremige Konsistenz.
Die wichtigsten Honigsorten im Vergleich
Welche Pflanzen die Bienen anfliegen, entscheidet, um welche Honigsorte es sich handelt. Wenn Sie gerne Honig essen, lohnt es sich, verschiedene Sorten auszuprobieren und die individuellen Geschmacksvarianten zu entdecken. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Honigarten und was sie auszeichnet.
| Honigsorte | Farbe & Kristallisation | Geschmack & Besonderheiten |
|---|---|---|
| Blütenhonig | Hellgelb; kristallisiert mittelnell (cremig bis fest) | Mild im Geschmack, der klassische Allrounder. |
| Akazienhonig | Sehr hell; kristallisiert extrem langsam (bleibt lang flüssig) | Feinsüß und sehr mild im Geschmack. |
| Waldhonig / Honigtau | Dunkelbraun; zähflüssig, kristallisiert sehr langsam | Kräftig-harzig und reich an Mineralstoffen. |
| Rapshonig | Sehr hell; kristallisiert extrem schnell (fein-cremig) | Sehr mild und dezent im Geschmack. |
| Lindenhonig | Gelblich-grünlich; kristallisiert mittelschnell (cremig) | Kräftig im Geschmack mit frisch-minziger Note. |
| Tannenhonig | Tiefdunkelbraun; zähflüssig, kristallisiert kaum | Herb-malzig, würzig und eine seltene Delikatesse. |
Foto: Dieses ältere Bild ist ein Schnappschuss, denn wir unterwegs auf einer Straße in Mecklenburg-Vorpommern machen konnten. Vor uns fuhr ein Traktor mit einem mobilen Bienenstock einer lokalen Imkerei auf dem Weg zu einem Rapsfeld.
Was kann man mit Honig alles machen?
Dank seiner Süße und Aromen ist Honig ein Multitalent in der Küche. Wer ihn bisher nur als süßen Brotaufstrich oder im Tee verwendet, für den haben wir weitere Verwendungstipps.
Der Klassiker: Honig zum Frühstück
In den meisten Haushalten wird Honig als süßer Brotaufstrich und zum Verfeinern und Süßen von Müsli oder Desserts verwendet. Er schmeckt hervorragend auch in Joghurt oder Quark.
Mit Honig backen
Vor allem in der Weihnachtsbäckerei kommt Honig zum Einsatz. In Lebkuchen, Honigkuchen und Printen darf Honig nicht fehlen. Auch Bienenstich, Honig-Nuss-Kuchen, Gewürzkuchen und Florentiner werden mit Bienenhonig verfeinert.
Von Salatdressing bis Barbecue: Honig für herzhafte Gerichte
Ebenfalls sehr lecker ist Honig, wenn Sie ihn für feine Salatdressings verwenden, als Glasur von Ofengemüse, als Honig-Salz-Glasur für die Weihnachtsgans (gibt eine krosse Haut mit goldgelber Farbe), für herzhafte Marinaden oder Barbecue-Soßen.
Weitere Bienenprodukte aus der Imkerei
Das bekannteste Erzeugnis der fleißigen Honigbiene ist natürlich Honig. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Produkte, die von der Honigbiene abstammen: Wabenhonig, Roher Sommerhonig, Honig mit Gelee Royale, Blütenpollen, Bienenbrot, Met, Propolis und Bienenwachs – viele davon sind nur beim Imker direkt erhältlich und einige möchten wir Ihnen näher vorstellen.
Wabenhonig: Unverarbeiteter Honig in der Naturwabe
Wabenhonig im Glas enthält ein Stück Wabe, die mit Honig gefüllt ist. Das Honigwabenstück im Glas ist eingebettet in Akazienhonig. Anmerkung: Dieser Honig ist nicht durch Schleudern in der Zentrifuge entnommen. Er befindet sich in der Wachswabe, in der die Bienen den Honig produzieren. Die Honigwabe kann pur genascht, auf Brot gegessen oder zu Käse und süßen Desserts serviert werden. Das weiche Bienenwachs pflegt beim Kauen das Zahnfleisch und regt den Speichelfluss an. Während des Kauens fühlt sich das Wabenwachs an wie Kaugummi, hat aber einen unverfälschten honigsüßen Geschmack in seiner reinsten Form. Da es ein hochwertiges Naturprodukt (Naturwabenbau) ist, kann es geschluckt werden. Falls Sie das nicht möchten, spucken Sie es einfach aus.
Roher Sommerhonig
Das Familienunternehmen GREGA’S Imkerei stellt für diesen flüssigen, naturbelassenen, unbehandelten Honig aus Deutschland die Bienenkörbe im Bergischen Land in der Nähe von Linden und Brombeeren auf, die gerne zum Sammeln von den Bienen angeflogen werden. Die Waben werden von Hand entdeckelt und geschleudert. Anschließend wird der flüssige Honig ohne Rühren und weitere Verarbeitung ins Glas abgefüllt. GREGA’S Imkerei stellt auf ihrer Website Prüfberichte und DNA-Zertifikate zur Verfügung, wodurch die Blütenarten sowie die geografische Herkunft des Honigs zweifelsfrei bestimmt ist. Geschmacklich ist dieser goldgelbe und flüssige Honig ein Traum mit einem süßen wie auch herzhaften Aroma. Der rohe Sommerblütenhonig kristallisiert nach einiger Zeit aus. Um ihn wieder zu verflüssigen, kann der Honig im Wasserbad bei 40 °C erwärmt werden.
Honig mit Gelee Royale (Futtersaft der Bienenkönigin)
Diese Honigsorte zeichnet sich durch seine Cremigkeit aus und hat eine eher dickflüssige Konsistenz. Angereichert ist er mit Gelee Royale, dem Futtersaft der Bienenkönigin. Als Gelee Royale ist reich an Nährstoffen, die der Bienenkönigin eine etwa 50 mal höherer Lebensdauer gegenüber den Arbeiterbienen ermöglichen.
Im Geschmackstest hat uns dieser Honig mit Gelee Royale absolut begeistert. Aufgrund seiner eher dickflüssigen Konsistenz läuft er nicht sofort vom Brot und er entfaltet im Mund einen großartigen Geschmack. Im Abgang hinterlässt er im Mundraum ein leicht kühlendes Gefühl. Einfach königlich.
Blütenpollen: Pflanzliche Eiweiß- und Nährstoffquelle
Blütenpollen verwendet man als Zutat in Müsli, Joghurt, Quark oder Smoothies. Es kann auch morgens beim Frühstück auf das Honigbrot gerieselt werden, wenn man Blütenpollen als Ergänzung in die tägliche Ernährung integrieren möchte (z. B. 5 bis 10 Gramm pro Tag, nicht über 40 °C erhitzen). Der Pollen gilt als wertvoll, weil er dem Körper pflanzliches Eiweiß, B-Vitamine und Aminosäuren liefert.
Wofür ist Blütenpollen gut?
Wie beim naturbelassenden Honig sagt man auch der von der Biene gesammelte Pollen antioxidative Wirkung nach, gilt als entzündungshemmend und soll das Immunsystem unterstützen. Es gibt jedoch keine ausreichenden Studien, die den gesundheitlichen Nutzen bejahen oder verneinen.
Wie schmeckt Blütenpollen von der Biene?
Wir haben den Geschmackstest gemacht. Getrocknete Blütenpollen von der Biene schmecken heuartig in Begleitung leichter Süße, wenn man sie pur im Mund zergehen lässt. Die Konsistenz von Blütenpollen ist eher leicht körnig, knusprig, aber nicht allzu hart. Mag man diese Konsistenz nicht, können Bienenpollen in z. B. in Joghurt, Milch, Pflanzenmilch oder ähnlichem über Nacht eingeweicht werden oder vor dem Verzehr im Mörser gemahlen werden.
Bienenbrot (Perga): Fermentierter Blütenpollen
Ein weiteres, kaum bekanntes Produkt der Biene ist Bienenbrot. Dabei handelt es sich um Blütenpollen, der von den Bienen in Waben eingelagert und mit Enzymen, Honig und Propolis versetzt und durch Milchsäuregärung fermentiert wird.
Wofür ist Bienenbrot gut?
Das Bienenbrot Perga enthält viele Vitamine (u.a. B, C, E, K), Aminosäuren und Antioxidantien sowie die Mineralien Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan und Flavonoide. Es weist eine höhere Bioverfügbarkeit der Nährstoffe auf als frischer Pollen. Durch die natürliche Milchsäuregärung der Bienen schont Perga den Magen-Darm-Trakt, es ist leicht verdaulich. Wenngleich auch hier keine wissenschaftlichen Studien gesundheitlichen Nutzen bestätigen oder widerlegen, wird Bienenbrot verwendet z. B. zur Stärkung des Immunsystems, Anregung des Stoffwechsels, bei Magen-Darm-Beschwerden.
Wie schmeckt Bienenbrot?
Ganz ehrlich: Der Geschmack von Bienenbrot ist eigenartig und sagt uns nicht zu. Perga schmeckt ähnlich wie Pumpernickel – also nach Schwarzbrot einbergend mit einer leichten Süße sowie einer Heunote. Auch die Konsistenz ist Schwarzbrot ähnlich und weicher als Bienenpollen, der eher an ein Granulat erinnert. Wer Bienenbrot ausprobieren und auf mögliche gesundheitliche Vorteile testen möchte, aber sich mit dem Geschmack nicht anfreunden kann, kann pro Tag 1 bis 2 Esslöffel Perga zusammen mit Honig in Müsli, Joghurt oder über einen Salat geben. Auch bei der Verwendung von Bienenbrot gilt der Hinweis an Allergiker, umsichtig zu sein!
Met: Vergorener Honigwein
Met ist ein vergorener Honigwein, der aus Honig hergestellt wird. Er ist ein alkoholisches Genussmittel, welches gut gekühlt oder erwärmt getrunken wird.
Wie wird Met hergestellt?
Für die Herstellung von Honigwein wird Blütenhonig, Waldhonig, Akazienhonig oder Lindenhonig mit Wasser gemischt und mit Hefe angesetzt. Die Gärung dauert 2 bis 6 Wochen. Anschließend wird der Met in neue Gefäße umgefüllt, um ihn für die Klärung ruhen zu lassen.
Was macht eine gute Qualität bei Honigwein aus?
Preis und Qualität von Honigwein variieren sehr stark je nach Bezugsquelle und Herstellung. Hochwertiger Honigwein wird von Imkereien angeboten, die ihn als handwerkliches Produkt ohne zusätzliche Inhaltsstoffe erzeugen. Industrielle Massenware aus dem Supermarkt ist billig, aber enthält oft Zusatzstoffe (z.B. Farbstoffe, Konservierungsmittel oder Industriezucker).
Wie schmeckt Honigwein?
Guter Met vom Imker hat einen feinen, aber eher dezenten Honiggeschmack, der von der verwendeten Honigsorte abhängt. Vorrangig kommt säuerlich-herbes Weinaroma zum Vorschein. Met aus Akazienhonig schmeckt mild und zurückhaltend. Met aus Lindenhonig hat ein frisches, minziges oder florales Aroma. Met aus Waldhonig hat einen kräftigen, würzigen Geschmack.
Wie trinkt man Met?
Im Sommer trinkt man Honigwein kühl bei etwa 8 bis 12 °C. Im Winter genießt man Met erwärmt (nicht wärmer als 40 °C). Er kann als Gewürzmet mit Orangenscheiben, Zimt, Gewürznelken oder einer Vanilleschote aromatisiert werden.
Bienensterben: Warum Bienen für uns lebenswichtig sind
Stirbt die Biene, stirbt der Mensch. Die Insekten sind nicht nur fleißige Honiglieferanten, sondern unverzichtbar, wenn es um die Erhaltung der Natur geht. Im Bienenvolk haben alle Bienen wichtige Jobs, die sie in bestimmten Lebenszeiten ausüben.
| Alter / Lebensphase | Beruf / Funktion | Aufgabe / Beschreibung |
|---|---|---|
| Tage 1–3 | Putzbiene | Ist für die Reinigung der Waben zuständig. |
| Tage 4–12 | Ammenbiene | Übernimmt die Fütterung der Brut und der Königin. |
| Tage 13–18 | Baubiene & Wächterbiene | Zuständig für die Produktion von Wachs und den Wabenbau und beschützt den Einflug. |
| Von Tag 19 bis zum Tod | Sammelbiene | Im Außeneinsatz, um Nektar, Pollen, Wasser und Propolis einzusammeln. |
Die männlichen Bienen werden als Drohnen bezeichnet. Ihre einzige Aufgabe ist es, die Jungkönigin auf ihrem Hochzeitsflug zu begatten uns so die Arterhaltung des Bienenstaats zu sichern.
Bedeutung der Bienen für Ökosystem und Landwirtschaft
Während ihrer Flüge sorgen Bienen für das Bestäuben der Pflanzen. Diese Bestäubungsleistung ist unverzichtbar für die Artenvielfalt und die Nahrungsmittelversorgung. Ohne die Bestäubung der Arbeiterbienen würden Pflanzen aussterben, den Bienen und somit auch dem Menschen würde die Nahrungsgrundlage entzogen.
Praktische Tipps zum Schutz der Biene
Jeder von uns kann etwas gegen das Bienensterben tun und durch kleine Maßnahmen für eine bienenfreundliche Umgebung sorgen.
- Pflanzen Sie im Garten und auf dem Balkon heimische, ungefüllte Blütenpflanzen als Nahrungsquelle für Bienen an. Im Gartenfachhandel können Sie zum Beispiel eine Samenmischung als Bienenweide kaufen.
- Verzichten Sie im Garten auf chemische Pflanzenschutzmittel und Pestizide.
- Stellen Sie im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon ein Insektenhotel / Bienenhotel auf. Diese bieten Bienen sichere Überwinterungsmöglichkeiten an und dienen direkt dem Erhalt der Honigbiene und weiteren Insekten.
Nachfolgend eine Tabelle mit Pflanzen, die hervorragend als Bienenweide geeignet sind
| Pflanzenart | Blütezeit | Wert für Insekten |
|---|---|---|
| Phacelia | Juni – Oktober | Sehr hoch (Nektar & Pollen) |
| Natternkopf | Mai – Oktober | Sehr hoch (Nektar) |
| Kornblume | Juni – September | Hoch (Nektar & Pollen) |
| Lungenkraut | März – Mai | Hoch (Frühe Nektarquelle) |
| Fette Henne | August – Oktober | Hoch (Späte Nektarquelle) |
| Lavendel | Juni – August | Sehr hoch (Nektarmagnet) |
| Ungefüllte Rosen | Mai – Juli | Hoch (Wertvolle Pollenquelle) |
Honig aus Deutschland beim Imker kaufen
Deutsche Imkereien leisten wertvollen Bienenschutz. Daher sollten Sie stets Imkerhonig aus Deutschland kaufen – direkt vom Imker, nicht aus dem Supermarkt. Jedes Glas Imkereihonig trägt dem Schutz heimischer Bienen und somit auch der Artenvielfalt bei.



















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