Kochschürze

Tragen Sie beim Kochen eine Schürze?

Tragen Sie beim Kochen eine Schürze?
Ist die Kochschürze in die Jahre gekommen? Im Küchenbereich hat sich in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten wirklich vieles verändert. Neues ist hinzu gekommen, älteres, wie etwa die Kochschürze scheint aus der Küche verbannt. Auch das Kochen hat sich verändert. Mikrowelle, Spülmaschine sowie Induktionsherd sind in den Haushalt eingezogen. Immer häufiger werden Fertigprodukte zum Kochen und Backen verwendet oder eine Tiefkühlpizza in den Ofen geschoben. Das klassische Rollenbild, Männer müssen arbeiten gehen, während Frauen zuhause Heim, Herd und Kinder hüten, hat sich verschoben.

Frauen sind zur Familienmanagerin geworden, gehen häufig selbst arbeiten, managen den Terminkalender ihrer Kinder, sind ständig im Familientaxi unterwegs. Umso weniger scheinen viele in der Küche noch richtig Hand anzulegen. Weil schlicht Zeit fehlt, sich eine Küchenschürze umzubinden, um mit frischen Produkten für leckere Mahlzeiten zu sorgen. Am Garten, aus dem Früchte und Gemüse geerntet werden, mangelt es sowieso. Braucht man da noch eine Schürze, um Kleidung zu schützen?

Kochschürze

Kittelschürze war ein Muss für alle Frauen

Denkt man jedoch an Großmütter zurück, haben viele ein ganz klassisches Bild vor Augen: Die Oma sitzt mit der Kittelschürze am Küchentisch, schnippelt rote Beete, Bohnen und Gurken. Da war jede Großmutter einfach gut beraten, wenn sie mit einer Kochschürze ihre Kleidung schonte.

Küchenschürze: Praktischer Schutz für gute Kleidung

Es gibt wirklich viele Gründe, weshalb seinerzeit jede Frau mehr als nur eine Schürze ihr Eigen nannte. Alle Küchenfeen, welche in den 1960er und 1970er Jahren den Kochlöffel schwangen, erlebten noch direkt oder indirekt jene Zeiten, als man zum Wäschewaschen noch am Zuber stand, mit Kernseife und Bürste Kleidung unter vollem Körpereinsatz schrubben musste.

Moderne Elektrogeräte wie Waschmaschine oder Wäschetrockner waren keine Selbstverständlichkeit. Außerdem ebenso war die Gesellschaft noch nicht von unserer heutigen Wegwerfkultur geprägt. Kleidung wurde geschont, denn es gab einfach keine T-Shirts für 5 Euro im Discounter. Bei der Gartenarbeit und auch in der Küche wäre es undenkbar gewesen, ohne Schürze zur Tat zu schreiten.

Küchenschürze für Alltag & Sonntag

Ein gutes Beispiel ist die eigene Oma. Geboren 1923, welche fast immer nur Unterhemd und Unterrock trug, darüber ihre Kittelschürze, von der es viele Exemplare im Haushalt gab. Sogar für Sonn- und Feiertage hatte sie bessere Modelle der Küchenschürze, die auch nur dann getragen wurden.

Unter der Woche, wenn das Gemüse im Garten geerntet, Pflaumen oder rote Beete zum Einkochen geputzt wurden, musste es der Kittel sein, der den dicksten Stoff und das dunkelste Muster hatte. So blieben auch Unterrock oder Unterkleid vor hartnäckigsten Saftflecken verschont.

Schürze ein unverzichtbares Küchenhelferlein

Wenn man heute so zurück denkt, wie es bei unseren Großmüttern in den 1960er und 1970er Jahren in der Küche und beim Kochen zuging, zaubert es ein Schmunzeln auf´s Gesicht. Schöne Erinnerungen!

Küchenschürze: vielseitig & nachhaltig

Unkonventionell. Ja, es war unkonventionell. Kamen doch all die kleinen Enkelkinder zu Besuch, kleckerten mit Schokolade, Pudding oder Kuchen, wurde auch schon mal der Zipfel der Kochschürze hergenommen, um den Mund wieder sauber zu wischen.

Schälte man am Küchentisch nach den Zwiebeln einen Apfel, wurde das Kneippchen kurzerhand an der Schürze abgewischt. Zewa? Wer brauchte es seinerzeit? Unsere Großmütter verstanden es, den Haushalt günstig, ressourcenschonend und nachhaltig zu führen.

Schürze – wichtiges Helferlein im Küchenchaos

Klingelte dann inmitten des liebevollen Küchenchaos der Postbote oder Paketmann, wurde die Schürze mit Gebrauchsspuren in Windeseile gegen die „gute“ Kittelschürze ausgetauscht.

Danach eilte man wieder mit dem „Arbeitsmodell“ zum Herd, wo ein leckerer Braten kräftig vor sich her bruzzelte. Jene großen Fleischstücke wurden scharf, mit reichlich Fett und vielen Zwiebeln angebraten, um daraus eine kräftige Soße zaubern zu können. Denn Großmutters deftige Hausmannskost sollte schmackhaft, aber auch ganz besonders nahrhaft sein. Insbesondere sollte Omas Hausmannskost ordentlich satt machen, was wiederum richtig Geld sparte.

Kleidung vor Fettspritzern schützen

Spritzendes Fett am Herd? Kein Problem. Dass Großmütter auch dagegen ihre Kochschürze tragen, versteht sich von selbst. Schließlich ließen sich Fettspritzer nur sehr schwer und mit viel Handarbeit aus der Kleidung waschen.

Nicht zu vergessen, wenn sich Besuch ankündigte. War jener nicht von höherer Art, wurden während dem Spülen kurzerhand die Hände am unteren Schürzenbund abgetrocknet, bevor man die Hand des Besuchers schüttelte.

Küchenschürze mit Taschen perfektionieren Hausarbeit

Wäscheklammern wurden in den Taschen der Küchenschürze nach draußen zur Wäscheleine befördert. Abends zurück. Der Hausschlüssel konnte immer in der Schürze aufbewahrt, dadurch nie vergessen werden. Natürlich trug Oma immer ein Staubtuch in der Schürzentasche an sich, damit sie jederzeit Staub wegwischen konnte.

Die Schürze war also omnipräsent – nicht nur in der Küche, sondern im ganzen Haushalt – so wundert es nicht, dass der Schwarzwaelder-Bote.de aufmacht mit „In der Schürze liegt die Würze“.

Das Revival der Kochschürze

Früher war die Kittelschürze mehr in Form eines Kleides gehalten. Langärmelig, kurzärmelig, als kurzes Schürzenkleid oder in längerer Ausführung.

Man zog sie an wie einen Mantel, um sie vorne zuzuknöpfen. Heute kennt man die Schürze eher als ein Kleiderschutz, welches mit einer großen Schlaufe als Trägerschürze um den Hals gehängt, anschließend am Rücken mit Bändern zugeschnürt wird.

Dezente Muster sind ebenfalls nicht mehr angesagt. Ihren Revival erlebt die Schürze auch in der Männerwelt. Von cooler Grillschürze in unempfindlichen Schwarz über die praktische Kochschürze für Damen mit Blümchendesign gibt es inzwischen längst eine riesige Auswahl. Wer will, kann sich sogar nach eigenem Wunsch eine Hüftschürze personalisieren lassen oder eine individuell bedruckte Küchenschürze mit coolem Aufdruck als besonderes Geschenk für den Gastgeber besorgen.

Der praktische Küchenhelfer ist alles andere als altbacken oder gar langweilig, denn nun gibt´s sie auch mit witzigen Motiven, coolen Sprüchen oder Logos, die auch bei kochenden, backenden oder grillenden Männern gern gesehen sind.

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Küchenschürze mit Aufdruck: Werbefläche & Statement

Markenhersteller haben dieses wichtige Küchenoutfit als Werbefläche entdeckt. Und das nicht erst seit heute. Charmante Damen der ersten Werbespots, die über die alten schwarz/weiß Fernsehgeräte huschten, trugen fast alle jene beliebte Küchenschürze – noch nicht immer, aber immer öfter als Werbefläche für die jeweilige Marke genutzt.

Kennen wir doch noch von früher

  • die gute alte Klementine aus dem Waschmittel-Spot
  • Tilly aus der Werbung für ein Spülmittel
  • die Dame, der Backpulver und Puddingpulver in den 1950er Jahren Freude macht

Sogar während man die nostalgische Weisheit

„Vitamine sind gerettet, wenn man sie in Dosen bettet“

eines Konservenherstellers bestaunen kann, schiebt sich die Hüftschürze in den Fokus des Zuschauers bestätigt einmal mehr, wie unverzichtbar dieses Küchenaccessoire war.

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Später dann erstrahlten Markenlogos auf mal weniger oder mehr beliebten Werbefläche. Nochmals später folgten dann auch individuelle Sprüche auf der Küchenschürze für Männer oder Frauen, die jedem Küchengast klar machten:

  • Papa ist der beste Koch
  • Mutti wird´s schon richten
  • Hier wird gekocht wie bei Mutter

Das Museumsstück kehrt in Küche zurück

Zugegeben, bis vor geraumer Zeit war für uns die Schürze ein echtes Museumsstück, an das wir als Kinder der 1970er und 1980er Jahre gerne einen nostalgischen Blick zurück warfen.

Doch spätestens mit dem Bauknecht Koch-Event sollte sich das ändern. Während dem spannenden Koch-Event trugen alle Teilnehmer zum Kochen eine wirklich schicke Kochschürze, welche nicht nur die Kleidung der Köche sauber hielt, sondern obendrein auch noch richtig schick aussah.

Glaubten wir bisher, dass eine Küchenschürze nur etwas für Großmütter und bestimmte Berufsgruppen wie Bäcker, Metzger oder Köche sei, wurden wir inzwischen eines Besseren belehrt. Und mal ehrlich, die vielen praktischen Seiten von Kittelschürze bzw. Grillschürze lassen sich absolut nicht von der Hand weisen.

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