Heiße Pizza für kalte Tage

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Es geht nichts über selbst gemachte Pizza

Freitags ist bei uns Pizzatag – das handhaben wir schon seit vielen Jahren so. Natürlich reden wir da nicht von tiefgefrorenen Pizzen, denn wir lassen uns es nicht nehmen, unsere Pizza selbst zu machen. Dafür braucht man noch nicht einmal ein Rezept, denn Pizzateig lässt sich in wenigen Minuten selbst machen – ohne großen Aufwand und ohne viel zu kosten. In etwa 10 Minuten hat man alle Zutaten gemischt und den Teig kräftig durchgeknetet. Er braucht dann nur noch kuschelige Wärme, um richtig aufgehen zu können und einen leckeren Belag. Die belegte Teigplatte schiebt man in den Backofen und schon bald ist ein leckeres und satt machendes Essen auf dem Tisch, das selbst die anspruchsvollsten Kinder begeistert. Gerade jetzt, wo wir uns dem Winter näheren, lieben wir unsere Pizzagerichte besonders, weil sie in den Sommermonaten oft durch den Käse viel zu üppig sind, so dass wir unser Lieblingsgericht öfter mal ausfallen. Umso mehr freuen wir uns, wenn es wieder kälter ist und wieder es wieder regelmäßig unseren Pizzatag gibt.

Pizza selbst machen
Pizza selbst machen

Einfaches Rezept für den Grundteig

Als ich selbst noch ein kleines Mädchen war, gab es bei uns nur selten mein Lieblingsgericht. Nur ein- oder zweimal im Jahr wurde in einer sehr leckeren Pizzeria bestellt. Obwohl meine Mutter eine sehr gute Köchin war, war seinerzeit nicht üblich, dass man in deutschen Haushalten Pizzen selbst backt. Pizzarien hüteten selbstverständlich ihre Pizzarezepte wie den Augapfel und so dauerte es sehr lange, bis ich als Erwachsene erstmal einen Versuch wagte, einen Pizzateig zu kneten. Das Rezept ist so einfach und gelingt immer, dass ich nie ein anderes suchen musste.

Mein Teigrezept:

  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 Prise Zucker
  • 1 kleine (!) Handkuhle Salz
  • etwas Pfeffer
  • einen guten Schuss Olivenöl (ca. 20 – 30 ml)
  • heißes Wasser

Zubereitung:

Mehl, Hefe, Zucker, Salz und Pfeffer gebe ich in eine Schüssel und vermenge die trockenen Zutaten, damit sich die Trockenhefe gut im Mehl verteilt. Beim heißen Wasser gehe ich nach Gefühl, man merkt, ob der Pizzateig ausreichend Flüssigkeit hat oder mehr Wasser verträgt. Bevor ich den Teig knete, gieße ich mir das Olivenöl über der Knetschüssel in die Hände. So bekommt man die Finger später besser sauber.

Wichtig: Macht man den Hefeteig zum ersten Mal, sollte man natürlich nicht zuviel Wasser auf einmal in die Schüssel geben.

Ob Flüssigkeit nachgegossen werden muss, merkt man an der Konsistenz des Teigs. Dieser ist am Anfang des Knetens zäh, entwickelt sich aber durch weiteres kräftiges Kneten zu einer geschmeidigen Masse, die nicht zu trocken sein darf. Ein guter Knetteig bleibt nicht mehr an den Fingern kleben, hat eine glatte Oberfläche und viel Luft eingeschlossen. Letzteres erkennt man daran, dass beim einem leichten Schlag mit der flachen Hand auf den runden Teigballen das „Klatschen“ stumpf und hohl klingt.

Pizzateig selbst gemacht
Pizzateig selbst gemacht

Wie knetet man den Hefeteig richtig?

Zutaten mengen – nicht zuviel Flüssigkeit!

Am Anfang des Teigmachens drückt man mit den angewinkelten Fingern eine Kuhle in die vermischten trockenen Zutaten. Jetzt kann man etwas heißes Wasser dazu gießen und verrührt nur in der Teigkuhle Wasser und die übrigen Zutaten im Kreis. Bei jeder Umdrehung nimmt man etwas mehr von beidem mit, bis gut 2/3 des Mehles aufgenommen wurden und die Teigmasse von bereits fester wurde. Nun geht das Rühren automatisch in ein Kneten über und man nimmt immer mehr vom Mehlgemisch dazu. Eine Phase lang gibt sich der Pizzateig recht spröde, doch eine weitere Zugabe an Flüssigkeit sollte noch nicht passieren, weil der Mehlkleber dafür sorgt, dass sich die Teigkonsistenz während des Knetvorgangs verändert und mit einem Mal geschmeidig wird.

Luft in den Teig kneten

Sobald die Konsistenz spürbar geschmeidiger geworden ist und sich die Teigoberfläche glatter anfühlt, ist es an der Zeit, Luft in den Teig zu kneten. Dazu drückt man ihn mit den Händen in der Schüssel auseinander und klappt die Rändern in die Mitte des Teigs, um ihn dann wieder mit der flachen Hand in die Breite zu drücken. Wiederholt man dies mehrfach, spürt man, wie die Teigmasse sich abermals verändert und immer mehr Luft einschließt. Danach ist Zeit zum Ruhen. Die Teigschüssel stellt man abgedeckt an einen warmen Ort (Heizungsnähe, alternativ kann eine Metallschüssel auch im bei 50 ° vorgeheizten geöffneten Backofen für etwa 20 Minuten gehen gelassen werden). Der Teig für die Pizza sollte danach ein zweites Mal geknetet und gehen gelassen werden, bevor er belegt wird.

Womit backt man Pizza am besten?

Backofen oder Pizzaofen für beste Pizzen

Ein Grund, warum es früher bei uns so selten selbst gemachte Pizza gab, lag auch an den Backöfen seinerzeit. Oben schon verbrannt, unten noch matschig machte das Pizzabacken wenig Freude und geschmeckt hat das so natürlich auch nicht. Inzwischen hat wohl jeder moderne Backofen Ober- und Unterhitze, Umlauft sowie zahlreiche weitere Einstellmöglichkeiten. Einen richtig genialen Pizzageschmack erhält man, wenn in einem Steinofen auf Holz gebacken werden kann. Den hat man allerdings nicht im normalen Haushalt eher nicht zur Verfügung, weshalb man im Backofen backt. Eine Alternative dazu ist ist der kleine Pizzaofen, der mit Strom funktioniert. Dort fehlt jedoch die aromatische Rauchnote, die ein holzbefeuerter Ofen wie in Pizzarien hinterlässt. Für leidenschaftliche Pizzafans kann sich eine Anschaffung lohnen, denn sonst bekommt man den typischen Pizzageschmack nur bei einem guten Italiener – doch die werden leider immer seltener.

Welches Backblech für die perfekte Pizza?

Früher gab es zwei Arten von Backblechen. Das normale Backblech und den Gitterrost. Beides nicht wirklich geeignet, um eine perfekte Pizza mit dem typischen Pizzaaroma zu backen. Ganz gleich, mit welchem Rezept man den Pizzateig machte, wurde der Teig entweder zu hart oder zu läppisch, der Belag verschmolz zu einer Pampe. Das war mit ein Grund, warum man in Deutschland früher kaum eine wirklich gute Pizza selbst machen konnte. Inzwischen ist auch in diesem Bereich einiges passiert. Wir haben beschichtete runde Backbleche mit Löchern drin, die für einen knusprigen und einfach leckeren Pizzaboden sorgen. Äußerst interessant finden wir den Pizzastein. So einer kann sowohl im herkömmlichen Backofen wie auch im holzbeheizten Pizzaofen genutzt werden und soll für den perfekten Pizzaboden sorgen. Für das Gelingen des ultimativen Teigs wird so ein Stein im Backofen auf Betriebstemperatur gebracht. Der Pizzastein speichert dabei die Hitze und gibt sie an den Pizzateig ab, der dadurch schön kross gelingt, ohne auszutrocknen.

Brokkoli Pizza
Brokkoli Pizza

Welchen Belag für die Pizza?

Aus gutem Grund habe ich beim Rezept zum Pizza selbst machen weitere Zutaten rausgelassen. Nämlich die für den Belag. Ich persönlich kenne kein zweites Gericht, was so viele Freiheiten und Varianten erlaubt, wie es bei Pizzen der Fall ist. Sich da auf ein Rezept festzulegen, ist eigentlich unmöglich. Drauf kommt, was schmeckt. Wir sind ein großer Haushalt und jedes Familienmitglied hat seine eigenen Vorlieben und Zutaten, die es gar nicht mag. Eins der Kinder liebt dieses Rezept, dass ebenfalls empfehlenswert ist. Da wir abends kochen, sind am Freitag alle zuhause und der Pizzatag wird zur Familienangelegenheit.

Unsere Pizzazutaten, die wir immer haben:

  • pikante Tomatensoße (Oro di Parma)
  • Salami in Schreiben
  • Edamerkäse (zum Reiben)
  • schwarze Oliven
  • Thunfisch in Öl
  • Thunfisch in pikanter Soße
  • frischen Knoblauch (kurz vorm Belegen mit der Knobipresse zerkleinert)
  • frische Champignons (ganz viele)
  • Zwiebeln

Daraus lassen sich bereits diverse Kreationen an Pizzabelag zusammenstellen. Frische Tomaten mögen wir dagegen als Pizzabelag weniger gerne, weil sie den Kids meist zu heiß sind. Wer keine Zwiebeln oder keinen Knobi mag, lässt diese Zutaten einfach weg. Generell sorgen diese Beläge dafür, dass die Pizza sehr herzhaft schmeckt, deshalb kommt Schinken gar nicht erst drauf, weil man ihn kaum herausschmeckt.

Gesammelte Riesenchampignons für die Pizza
Gesammelte Riesenchampignons für die Pizza

Unsere Pizzakreationen

Das Rezept für unseren Pizzateig ist wirklich top weil er durch das Olivenöl einen tollen Geschmack bekommt. Er schmeckt ebenso zur würzigen Pizza wie auch zur eher milderen. Etwas weniger deftig ist beispielsweise dieser Pizzabelag:

  • Tomatensoße
  • Salami
  • Edamer
  • Paprika
  • Champignons

Eine weitere Pizzavariante:

  • Sahne
  • Wacholderschinken
  • gekochter Brokkoli
  • geriebener Käse
  • Schwarze Oliven

Damit nicht nur der Pizzateig schmeckt, sondern auch der Belag, verwenden wir einen guten Emmentaler am Stück, den wir frisch reiben. Analog-„Käse“ kommt uns nicht in die Küche. Wir freuen uns Woche für Woche auf unseren Pizzatag und hoffen, wir haben Ihnen jetzt Appetit gemacht, eine selbst gemachte Pizza in den Backofen oder Pizzaofen zu schieben.

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