Mehr Hunger bei Kälte – Was ist dran?

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Werden Sie im Winter satt?

Derzeit erleben wir den ersten Winter im Haus und das geht einher mit einem echten Phänomen, was unsere Ernährung angeht. Wir haben Hunger. Es scheint so, als würden wir gar nicht mehr richtig satt. Zuerst dachten wir, dies läge an der deutlich besseren Qualität der Lebensmittel, die wir seit unserer Auswanderung genießen können. Da hat man mehr Spaß am Essen und natürlich mehr Appetit. Doch selbst unsere Haustiere beklagen kurz nach den regulären Fütterungszeiten wieder Hunger und betteln den gesamten Tag. Ganz schlimm ist es an Tagen, mit größerer Kälte. Für uns ist klar: Der Energieverbrauch im Winter ist höher – nicht nur beim Heizen. Stimmt das denn?

Im Winter andere Essgewohnheiten

Bei der Ernährung sind tatsächlich Unterschiede zu bemerken, die auf die Temperatur zurückzuführen sind. Im Sommer isst man bevorzugt leichte Kost, Salate, Rohkost, Obst, Joghurt Eis und nicht zu fettige Fleischgerichte. Man trinkt viel Mineralwasser, doch bei Kälte tut ein Tee mit Honig oder Zucker besser.

In den kalten Monaten dürfen es deftige Braten, Gulasch, Eintöpfe und kalorienhaltige Soßen zum Gemüse sein. Deftiges Essen gehören zur kalten Jahreszeit dazu und die Portionen passen sich meist auch dem Hunger an. Sie werden größer. Beim Naschen kann man sich im Winter schlechter zurückhalten. Plätzchen, Lebkuchen, Nüsse und Schokolade sind in Dezember und Januar unwiderstehlich. Und das, obwohl wir uns in der Kälte längt nicht so viel bewegen, wie im Sommer. Der Energieverbrauch müsste im Winter eigentlich niedriger sein.

Hüftgold und gescheiterte Vorsätze im neuen Jahr

Man denkt, die Weihnachtsfeiertage und Silvester wären die einzigen Schuldigen. Weihnachten, Weihnachtsfeiern und Silvesterpartys sind es, die gnadenlos Hüftgold verursachen.

Inzwischen glaube ich das nicht mehr. In der Weihnachtszeit waren die Außentemperaturen bei uns erträglich und die Naschsünden hielten sich in Grenzen. Ganz anders dagegen der Januar. Schnee und Kälte setzen uns zu. Je kälter es ist, um so mehr Hunger und Appetit haben wir.

Die guten Vorsätze, sich nach dem Jahreswechsel des Hüftgolds zu entledigen, sind gescheitert. Der Hunger ist zu groß und kommen wir den Heißhungerattacken nicht nach, frieren wir, Trägheit und schlechte Laune machen sich breit.

Mehr Hunger im Winter
Mehr Hunger im Winter

Im Winter braucht der Körper mehr

Winterspeck in den letzten 3 Monaten

Keinesfalls ist nicht nur meine Familie von diesem Phänomen betroffen. Tatsächlich liegt der Energieverbrauch im Winter höher und somit steigt der Appetit. Forscher haben versucht, eine wissenschaftliche Erklärung zu finden, warum man im Winter mehr Hunger hat. Eine Studie hat festgestellt, dass man im Winter zwischen einem halben und zwei Kilogramm mehr auf die Waage bringt. Sich Winterspeck anzufuttern ist also ganz normal. Probanden konsumierten in den letzten drei Monaten des Jahres im Durchschnitt 222 Kilokalorien mehr als im Frühjahr. Mit diesen Forschungsergebnissen ist belegt, dass nicht die Weihnachtsgans für das Hüftgold verantwortlich ist. Hunger und Appetit werden nämlich in Oktober, November und Dezember größer, nicht erst an Weihnachten.

Mehr Gelegenheiten zum Essen

Im Winter soll es außerdem mehr Gelegenheiten zum Essen geben. Das mag auf uns Menschen durchaus zutreffen. Im Sommer ist man häufiger draußen und aktiv unterwegs. Der Winter bindet uns mehr ans Haus, es gibt Weihnachtsfeiern und das Naschen in der Weihnachtszeit wird spätestens am 1. Dezember eröffnet, wenn wir mit dem Adventskalender die Weihnachtszeit offiziell einläuten. Man trifft sich zum Adventskaffee, überall gibt es Plätzchen. Trotzdem haben unsere Katzen und Meerschweinchen ebenfalls deutlich mehr Hunger als sonst. Sie essen sogar größere Portionen. Wenngleich die Feierlichkeiten für die Tiere keine Rolle spielen. Wie ist das zu erklären?

Höherer Energieverbrauch bei Kälte

Einen guten Erklärungsansatz habe ich in einem Artikel bei Runnersworld gelesen. Bei Läufern sinkt der Blutzuckerspiegel bei Kälte deutlich schneller, als im Sommer. Es kann bereits während einem längeren Trainingslauf zu einem Hungergefühl kommen. So wird empfohlen, im Winter vor dem Sporttraining die Energiespeicher aufzufüllen. Im Sommer machen Sportler dies eher nach dem Training.

Naschen im Winter liefert Energie
Naschen im Winter liefert Energie

Bei Kälte Hunger nachgeben?

Eigentlich möchte man an den guten Vorsätzen im neuen Jahr festhalten und abnehmen. Trotzdem scheitern die meisten Menschen, wenn es darum geht, den Winterspeck schnell wieder los zu werden. Das diese Mission so häufig zum Scheitern verurteilt ist, überrascht nun wirklich nicht. Insofern es sich um richtigen Hunger und nicht um Appetit auf ein Stück Schokolade handelt, signalisiert der Körper, dass er nicht richtig versorgt ist.

Der Energieverbrauch liegt tatsächlich höher. Der Organismus stellt sich in den Monaten Oktober, November und Dezember darauf ein, Reserven aufzubauen, die im Winter benötigt werden. Die Natur hat uns den Winterspeck mit auf den Weg gegeben, damit wir nicht ganz so schnell frieren und Kälte besser überstehen können.

Übrigens: Hat man Hunger, friert man schneller. Der Körper unternimmt den Versuch, den Stoffwechsel herabzufahren, um so die Energiespeicher zu schonen. Das Hungergefühl sendet das Signal, dass nicht genug Energie nachgeliefert wird und deshalb der Stoffwechsel gedrosselt werden muss.

Hunger und Frieren gehen bei Kälte im Winter oft miteinander einher und deshalb ist es richtig, den tatsächlichen Energiebedarf abzudecken. Energielieferanten wie Nüsse, Schokolade, Plätzchen und deftige Gerichte sind also gar nicht unsere Feinde, sondern helfen uns, mit viel Energie durch den kalten Winter zu kommen. In diesem Sinne: Einen guten Appetit! Um das Hüftgold kümmern wir uns dann im Frühjahr!

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