Glutenunverträglichkeit, Zöliakie & Glutenfreie Ernährung

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Wenn Lebensmittel krank machen

Häufig entdecken wir auf Lebensmittelverpackungen Hinweise wie „ohne Gluten“, „glutenfrei“ oder ähnliches. Doch viele Menschen wissen kaum, was es so genau damit auf sich hat, wenn man nicht innerhalb der Familie oder im Freundeskreis jemanden hat, der unter Glutensensitivität, Glutenunverträglichkeit, Weizenallergie oder Zöliakie leidet. Zwar sind wir keine Mediziner, jedoch wollen wir mit diesem Artikel versuchen, dazu beizutragen, auf diese Problematik von Unverträglichkeit und Zöliakie hinzuweisen und über glutenfreie Lebensmittel und die glutenfreie Ernährung aufzuklären. Dies ersetz natürlich keine medizinische Beratung und kann auch keine vollständige Information werden.

Was ist Gluten?

Gluten ist an und für sich nichts schlimmes, denn es kommt in natürlichen Produkten, nämlich in einigen Getreidesorten vor. Die Wikipedia schreibt hierzu:

„Gluten [gluˈteːn][1] (aus lat. glūten[2] „Leim“), Kleber oder Klebereiweiß, ist ein Sammelbegriff für ein Stoffgemisch aus Proteinen, das im Samen einiger Arten von Getreide vorkommt.“

Vermischt man Getreidemehl mit Wasser, wird durch das Gluten, das als Kleber fungiert, eine zusammenhaltende Teigmasse. Den Kleber aus Getreide nennt man Klebereiweiß. Während dem Backen gerinnt dieses und sorgt dafür, dass Backwaren ihre Form behalten.

Unser leckeres Brot
Unser leckeres Brot

Einen hohen Glutenanteil findet man in den Getreiden:

  • Weizen
  • Roggen
  • Dinkel
  • Kamut
  • Emmer
  • Hartweizen
  • Einkorn.

Einen niedrigeren Glutenanteil enthalten die Getreidesorten:

  • Hafer
  • Gerste

Ohne Gluten hingegen sind diese Getreide:

  • Hirse
  • Mais
  • Reis
  • Amarant
  • Teff
  • Buchweizen

Glutensensitivität & Zöliakie

Etwa ein Prozent der Bevölkerung leidet unter der Glutenunverträglichkeit und hat eine Veranlagung zu Glutensensitivität. Nicht immer wissen die Betroffenen um diese Unverträglichkeit, bei der Gluten sich negativ auf den menschlichen Organismus auswirken kann. Die Glutensensitivität kann Beschwerden wie Durchfall, Magenschleimhautentzündung, Gastritis, Blähungen bis hin zu Migräne, Müdigkeit und einer Vielzahl anderer schwerer gesundheitlicher Probleme (meist im Zusammenhang mit Erbrechen und div. Schwierigkeiten mit dem Darm) auslösen. Bei Verdacht auf diese Erkrankung ist es ratsam, eine Diagnostik auf

  • Weizenallergie
  • Glutensensitivität
  • Zöliakie

durchzuführen, so dass mit medikamentöser Behandlung und/oder durch die glutenfreie Ernährung Linderung erzielt werden kann.

Glutenfreie Ernährung & Glutenfreie Lebensmittel

Für die Betroffenen und Angehörigen stellt die Glutenunverträglichkeit bzw. eine Allergie gegen Weizen oder die Zöliakie eine sehr drastische Einschränkung im Leben dar, denn nur mit ein paar alternative Rezepte reichen da bei Weitem nicht. Schließlich muss man sich ernähren, doch es ist nicht leicht, die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel zu durchschauen. Zwar reglementiert der Codex Alimentarius, was als glutenfrei bezeichnet werden darf, doch im Alltag ist es nicht leicht, entsprechende Nahrungsmittel ohne Gluten zu finden, so dass Betroffene bei jedem Einkauf und bei jedem Verzehr erst in Erfahrung bringen müssen, was bedenkenlos konsumiert werden kann. Das Einkaufen wird daher zum Spießrutenlauf oder aber man kann in Spezialgeschäften z. B. glutenfrei einkaufen auf querfood.de. Erschwerend kommt hinzu, dass in der Nahrungsmittelindustrie Erzeugerwerke für die Fertigung von Lebensmitteln oftmals die gleichen Maschinen verwenden, so dass auf diesem Wege eine Kontamination glutenhaltiger Produkte auf glutenfreie Lebensmittel stattfinden kann. Es ist also ähnlich, wie bei Produkten, die beispielsweise ohne Nüsse sind, jedoch auf der Inhaltsliste etwas steht wie „kann Spuren von Erdnüssen enthalten“.

Fertige Produkte – Vorsicht bei Glutensensitivität und -unverträglichkeit

Unsere heutige Lebensmittelindustrie macht es immer schwieriger, bei Allergien und Glutensensitivität um problematische Lebensmittel herumzukommen. Um bei der Glutenunverträglichkeit bei der Ernährung ohne Gluten auszukommen, reicht es nicht, beispielsweise bei Brot, Brötchen und Gebäck auf die Zutatenliste zu schauen. In vielen, der Lebensmittelindustrie entstammenden Produkten ist verstecktes Gluten enthalten. Dies gilt beispielsweise für viele Kartoffelprodukte, getrocknete Nüsse und Früchte, Soßenprodukte, Fischgerichte, Eissorten, Puddingsorten, Fruchtjoghurts usw. Als hilfreiche Seite möchten wir Ihnen daher auch diese Seite empfehlen. Für Familien, die mit der entsprechenden Problematik konfrontiert sind, müssen also für alle Gerichte die Zutaten mit größter Sorgfalt ausgewählt werden und im Rahmen der glutenfreien Ernährung konstant eine geeignete Diät fortgesetzt werden. Um im Haushalt nicht glutenhaltige und glutenfreie Lebensmittel zu verwechseln, empfiehlt sich die getrennte Aufbewahrung und die Kennzeichnung von Behältnissen. Es sollte auch bedacht werden, dass Krümel in Backofen oder Toaster Menschen mit Glutensensitivität oder Zöliakie belasten können. Nicht nur zuhause, sondern auch beim Auswärtsessen gilt bei Glutenunverträglichkeit größte Sorgfalt, damit die Belastung für den Körper verhindert werden kann. Glücklicherweise wird die Anzahl von Lebensmitteln ohne Gluten immer mehr, so dass allmählich insgesamt eine bessere Situation herrscht, als noch etwa in den 1990er Jahren. Trotzdem bleibt es nach wie vor schwierig, wenn man eine glutenfreie Ernährung konsequent einhalten muss.

Lesen Sie auch:

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Add Comment