Hightech in der Küche

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Kochen, Spülen, Backen – Alles per Fernbedienung?

Zugegeben: Ich liebte mein Smartphone sehr, bis es vor einigen Wochen auf den Fliesenboden fiel und seitdem kaputt ist. Obwohl ich es vermisse, habe ich mich immer noch nicht für ein neues Modell entschieden und komme ganz gut ohne Handy klar. Vielleicht bin ich so etwas wie ein Dinosaurier, der ohne App und Co bestens im Alltag zurecht kommt. Auf Hightech kann ich gut verzichten, wenngleich sie natürlich hier und da gewisse Vorzüge bietet und ich das Gefühl habe, dass zu viel Technik die Menschen zunehmend in Abhängigkeit bringt und faul machen könnte.

Doch das sind meine persönlichen Befindlichkeiten, die gewiss nicht dafür sorgen werden, dass Hightech nicht auf dem Vormarsch ist. Modernste Elektrogeräte halten Einzug – überall. Sei es das Smartphone mit Tausend und einer App oder der technisch ausgereifte Elektroherd in der Küche, der quasi von alleine Kochen und Backen kann. Irgendwann wird es wohl in jedem Haushalt einen Hightech Roboter geben, der sämtliche Küchenarbeiten erledigen wird. Das Steinzeit-Modell Hausfrau bzw. Hausmann wird dann ausgedient haben.

Wir backen Kuchen ohne Hightech in der Küche
Wir backen Kuchen ohne Hightech in der Küche

Hightech längst auf dem Vormarsch – auch in der Küche

Meine erste Spülmaschine hatte ganze zwei Drehschalter und einen Druckschalter. An. Aus. Programmwahl. Fertig. Die nächste Spülmaschine brachte Verwirrung in meine Küche. Display, viele Tasten und vor allem Hightech, die innovativ und einzigartig war. Beim Einschalten – ging nichts. Das hochmoderne Elektrogerät hat sein Eigenleben und entscheidet selbst, wann was zu tun ist. Als wir nach einigen Tagen mit der Bedienung vertraut waren, liebten wir diese Maschine, denn sie senkte die Stromkosten, den Wasserverbrauch, war leise und spülte sehr, sehr sauber.

Die nächste technische Errungenschaft war diese App, mit der wir auf dem Nachhauseweg ein tolles Rezept für´s Abendessen auswählen und uns den Einkaufszettel auf dem Handy erstellen lassen konnten. Während ich mich noch über das neueste TV-Gerät wundere, welches seine Besitzer in den eigenen vier Wänden ausspioniert, kommt bereits die nächste Hightech Erfindung auf den Markt, die in der Küche für eine weitere technische Revolution sorgen dürfte. Denn ab sofort kann alles mit Home Connect in der Küche organisiert werden. Alle Geräte, die entsprechend mit WLAN-Chip ausgestattet sind, werden mit PC und Smartphone vernetzt. Von jedem Ort der Welt lassen sich Haushalts- und Küchengeräte überwachen, steuern, an- oder ausschalten.

Pro und Contra von Hightech

Prinzipiell bin ich technischen Innovationen gegenüber nicht abgeneigt. Allerdings stehe ich Hightech kritisch gegenüber und weiß nicht genau, was davon zu halten ist. Ich – Anfang 40 – gehöre noch der Generation an, deren Eltern

  • bei Gewitter alle Stecker von Elektrogeräten aus der Steckdose gezogen haben.
  • Wasserleitungen abgedreht haben, wenn sie länger als ein paar Stunden das Haus verließen.
  • niemals Waschmaschine, Spülmaschine und Co laufen ließen, wenn sie nicht zuhause waren.

Diese Maßnahmen hatten ihre Berechtigung, damit beim Nachhausekommen kein Wasserfall beim Öffnen der Wohnungstür hinausströmt oder das Haus abbrennt, weil etwas schief gelaufen ist. So, wie es ausschaut, werden wir von diesen alten Gewohnheiten immer mehr Abstand nehmen müssen, denn Hightech in der Küche verführt mit Vorteilen.

Diese Vorteile bieten sich durch die WLAN-Vernetzung

Einst nannte ich eine Kaffeemaschine mein Eigen, die abends gefüllt wurde. Mittels Timer konnte sie darauf programmiert werden, zu einem bestimmten Zeitpunkt für frischen Kaffeeduft in der Küche zu sorgen. Kurze Zeit später zog ein Brotbackautomat ein, dann die Spülmaschine. Gleiches Prinzip. Ja, das sind Vorteile, die wir der modernen Technik zu verdanken haben. Vorteile, die uns das Leben versüßen und Komfort bedeuten und uns langfristig das ferngesteuerte Haus ermöglichen.

Vorteilhaft ist innovative Hightech wie Home Connect und Rezepte-App für Menschen, die intensiv ins Arbeitsleben eingebunden sind. Wer viel und lange arbeitet, kann beispielsweise im Zug oder in der Arbeitspause online zuhause nach dem Rechten schauen, schon mal den Geschirrspüler anschalten, den Kaffee starten oder den Backofen zum Backen aufheizen.

Außerdem können User mit ebendieser Hightech einen Blick ins Haus werfen, ob alles in Ordnung ist. Hat man wirklich die Kaffeemaschine ausgeschaltet? Vergessen? Kein Problem. Bequem lässt sich das per App online nachholen. Hat die Hausfrau ihren Mann gebeten, schnell einen Kuchen zu backen, kann sie online verfolgen, ob der Teig noch etwas braucht oder das Backwerk aus dem Rohr kann.

Was sind die Nachteile solcher Hightech in der Küche?

Selbstverständlich überragen die Vorteile, doch bei allem Komfort, der Hightech mit sich bringt, sollten die Nachteile nicht außer Acht gelassen werden. Wasserrohrbrüche kann es auch heute noch geben. Es ist ein Vorteil, dass man sicher durch die App gewarnt werden kann. Doch dies ersetzt nicht, selbst zuhause zu sein und schnell eingreifen zu können. Der Artikel „Das elektronische Haus“ macht deutlich, dass diese inzwischen realisierten Zukunftsvisionen viele weitere Tücken in sich bergen. Was ist, wenn ein Virus uns die Kontrolle über all das nimmt? Wenn die Technik irgendwann derart ausreift, wie im Film I, Robot?

Mein Fazit zu Hightech in der Küche

Mir bereitet der Gedanke an die neuesten Techniken Magenschmerzen. Weil ich gerne vorausschauend denke und es mir nicht schwer fällt, nur dann Kuchen zu backen, wenn ich mir die Zeit nehmen kann, mich persönlich darum zu kümmern. Ohne App, ohne WLAN-Verbindung, ohne Smartphone. Allerdings mag ich gewissen Komfort. Gute Beispiele sind der programmierbare Brotbackautomat und die Kaffeemaschine mit Zeitsteuerung in meiner Küche. Momentan sind weitere technische Innovationen für meinen Haushalt undenkbar. Einerseits, weil keine Notwendigkeit besteht, andererseits, weil ich diese technischen Errungenschaften im Hinblick auf das menschliche Miteinander nicht für gut befinde. Denn mir würde ein Anruf zuhause fehlen, um in epischer Breite meinem Mann zu erklären, wie er feststellt, ob der Kuchen noch etwas länger backen muss oder bereits durch ist.

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