Lebensmittelvorräte sollte jeder im Haus haben

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Was früher in jedem Haushalt eine Selbstverständlichkeit war, wird heute kaum noch praktiziert: Lebensmittelvorräte im Haus zu haben. Obwohl die Wichtigkeit der Vorratshaltung heute nicht mehr in den Köpfen der Menschen verankert ist, sollten Sie sich zwingend mit dieser Thematik auseinandersetzen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät eindringlich dazu, dass Bürger sich Lebensmittelvorräte anlegen. Darauf gehen wir im Verlauf des Artikels näher ein.

Zwar findet man in allen Küchen ein paar Pakete Nudeln oder etwas Butter auf Vorrat, allerdings genügt das nicht, um die Familie einige Tage zu ernähren, ohne einkaufen zu müssen. Haben Sie allerdings einen Garten zur Verfügung, könnten Sie z. B. Obst und Gemüse anbauen, um selbst Konserven im Einkochautomat einzuwecken.

Dass heute kaum mehr sinnvoll Lebensmittelvorräte eingelagert werden, lässt sich auf wesentliche Gründe zurückführen:

  1. Verbraucher möchten frische Produkte konsumieren.
  2. In Mietwohnungen fehlt der Lagerplatz für den Lebensmittelvorrat.
  3. Die Verfügbarkeit von Lebensmitteln in den Geschäften ist immer gewährleistet – auch was nicht-saisonale Produkte betrifft.
  4. Die Menschen stellen ihre Produkte nicht mehr selbst her, z. B. durch intensiven Gartenanbau oder Schlachten.
  5. Einkochen und selbst Zubereiten von Konserven, Marmelade selbst kochen usw. machen nur noch wenige.

Selbstverständlich spricht nichts dagegen, frische Lebensmittel zu konsumieren und weitestgehend auf Konserven und Fertigprodukte zu verzichten. Bei der Lebensmittelvorratshaltung geht es jedoch um elementare Grundnahrungsmittel, die im Haushalt eingelagert werden sollten, falls es aufgrund höherer Umstände dazu kommt, dass man nicht einkaufen kann.

Dies kann eine Erkrankung sein, eine Katastrophe (. B. Hochwasser oder Erdbeben) oder ein längerer Stromausfall in der Region, bei dem die Geschäfte schließen müssen, weil der Geschäftsablauf von Strom abhängig ist (z. B. Kassen, Kühlung, Beleuchtung).

Konserven wichtige Lebensmittelvorräte
Konserven wichtige Lebensmittelvorräte

Welche Lebensmittelvorräte im Haus sein sollten

Grundsätzlich empfehlen wir alle Lebensmittel, die zur Langzeitlagerung geeignet sind. Dazu zählen insbesondere Konserven (Wurstkonserven, Gemüsekonserven, Dosensuppen, Dosenobst usw.).

Außerdem bieten sich diese Produkte als Lebensmittelvorräte an:

  • Mehl
  • Getreide
  • Zucker
  • Trockenhefe
  • Reis
  • Nudeln
  • Milchpulver (auch Kaffeeweißer)
  • Konservenmilch (länger haltbar als H-Milch)
  • Trockenei
  • Kaffee
  • Öl (Sonnenblumenöl, Olivenöls usw.)
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Curry)
  • getrocknete Kräuter
  • Soßenpulver
  • Instantbrühe / Brühwürfel
  • Tütensuppen
  • Dosenkäse
  • Marmelade
  • Honig
  • haltbarer Schmierkäse
  • Schokocreme als Brotaufstrich
  • Dosenbrot
  • Knäckebrot
  • Ketchup / Tomatenmark
  • Schokolade
  • Gebäck
  • Trockenobst
  • Wasser
  • Tee
  • usw.

Mengenmäßig sollten diese Lebensmittelvorräte so eingelagert werden, dass die Familie für mindestens 2 Wochen autark und ohne zusätzliches Einkaufen ernährt werden kann. In Notfällen dauert es etwa so lange, bis eine notdürftige Versorgungskette wieder hergestellt ist.

Lebensmittel & Getränke einlagern
Lebensmittel & Getränke einlagern

Lebensmittelvorräte sinnvoll einkaufen und rotieren

Die Einlagerung von Lebensmittelvorräten sollte gründlich geplant werden. Einfach ins Geschäft gehen und ohne System Lebensmittel einkaufen ist nicht sinnvoll, weil viele wichtige Produkte vergessen werden oder die Mengenverhältnisse nicht richtig kalkuliert sind.

Beginnen Sie mit der Kalkulation, welche Mengen Sie benötigen und schreiben Sie eine vollständige Einkaufsliste. Erst wenn diese fertig ist, gehen Sie die Produkte kaufen oder Sie können sich die benötigten Lebensmittel liefern lassen, um alles in einem Abwasch zu erledigen.

Wie werden Lebensmittelmengen berechnet?

Es versteht sich von selbst, dass haltbare Lebensmittel nicht unbedingt kulinarischen Genuss erlauben. Es geht um die Grundversorgung gegen Hunger und Durst. Mehl und Trockenhefe stellen dabei wichtige Produkte dar, die satt machen und nahrhaft sind, weil daraus frisches Brot gebacken werden kann.

Für ein Kilogramm Mehl benötigen Sie 2 Päckchen Trockenhefe. Ein Haushalt mit vier Personen braucht pro Tag mindestens 1 kg Mehl, um daraus Brot zu backen und davon satt zu werden. Beachten Sie dazu weiter unten den Tipp zum Brotbacken ohne Strom. Achten Sie auch auf die richtige Menge bei Brotaufstrichen und Brotbelägen.

Täglich sollte eine warme Mahlzeit einkalkuliert werden. Ein vierköpfiger Haushalt braucht etwa 28 Dosen Fertiggerichte (Inhalt je 800 ml), um vernünftig satt zu werden. Pro Person und Tag werden mindestens 1,5 Liter Trinkwasser benötigt – eher mehr (z. B. um daraus Kaffee oder Tee zu kochen oder Nudeln und Reis zubereiten zu können).

Konserven und Lebensmittel rotieren

Beim Einkauf wird auf das Mindesthaltbarkeitsdatum geachtet. Alle Konserven werden gut sichtbar mit einem dicken Stift beschriftet, damit das MHD auf den 1. Blick erkennbar ist. Im normalen Alltag sollten die Konserven zwischendurch aufgebraucht werden und durch frischere Dosen ersetzt werden. Dann müssen Sie keine Lebensmittel wegwerfen. Falls Sie unter normalen Umständen die Konservengerichte nicht aufbrauchen möchten, können Sie diese an die Tafel spenden. Vergessen Sie nicht, die Lebensmittelvorräte wieder entsprechend Ihrem Bedarf aufzufüllen.

Lebensmittel vakuumieren
Lebensmittel vakuumieren

Lebensmittel gut verpacken

Mehl, Reis, Knäckebrot, Zucker, Salz und ähnliche Produkte werden durch Feuchtigkeit irgendwann ungenießbar oder ziehen Schädlinge an. Grundsätzlich sind diese Lebensmittel äußerst lange haltbar. Mit Frischhaltebeuteln und einem Vakuumiergerät können Sie diese Lebensmittelvorräte einvakuumieren und vor Feuchtigkeit wie auch vor Lebensmittelschädlingen schützen. Trotzdem bietet sich dabei das Rotationsprinzip an. Verbrauchen Sie den Vorrat, füllen Sie den Lebensmittelvorrat immer wieder auf.

Brot backen ohne Strom
Brot backen ohne Strom

Zubereiten ohne Energie?

Ganz wichtig: Wir sind es gewöhnt, dass Strom jederzeit verfügbar ist. In der Küche wären wir aufgeschmissen, wenn es zu einem längeren Stromausfall käme. Für diesen Fall können Sie z. B. einen Gaskocher und Gaskartuschen einlagern oder auf den Holzofen ausweichen, insofern vorhanden. Das Einlagern von Gas ist nicht unproblematisch und in Mietwohnungen sogar untersagt. Eine sehr gute Alternative sind Kerzen und Teelichter.

Mit Kerzen können Sie Speisen und Wasser für Getränke zumindest aufwärmen; auf Teelichtern können Sie problemlos Brot backen – wir haben das mehrfach probiert. Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie im Artikel „Brot mit Teelicht backen„.

Um ein Brot zu backen, benötigen Sie 7 bis 9 Teelichter. Berechnen Sie die benötigte Menge, um den individuellen Bedarf an Teelichtern zu ermitteln. Denken Sie daran, nicht nur Lebensmittelvorräte, sondern auch Kerzen, Teelichter und Hygieneartikel einzulagern.

Regierung rät zur Einlagerung Lebensmittelvorräte

Die Vorratshaltung war früher Usus und ist tatsächlich aus der Mode geraten, weil die uneingeschränkte Verfügbarkeit von Lebensmitteln seit vielen Jahren lückenlos sichergestellt ist. Leere Regale in Supermärkten sind uns fremd; an Katastrophen wollen wir alle nicht denken und wenn mal der Strom ausfällt, gehen wir zum nächsten Fast-Food-Restaurant oder rufen per Handy den Pizza-Lieferdienst an.

Dabei rät selbst die Regierung den Bürgern, für wenigstens 2 Wochen Lebensmittelvorräte einzulagern. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist ausdrücklich auf die Wichtigkeit der Vorratshaltung hin und bezieht sich konkret auf diese Katastrophen:

  • längerer Stromausfall
  • Erdbeben
  • Hochwasser
  • Seuchenausbruch
  • Krieg

Außerdem rät die Regierung im Rahmen der Krisenvorsorge, an folgende Maßnahmen zu denken:

  • Essen & Trinken im Vorrat halten
  • Wasser für Hygiene
  • Aufstocken der Hausapotheke
  • Maßnahmen bei Stromausfall
  • Wichtige Dokumente bereithalten
  • Notfallgepäck zusammenstellen
  • Stromloses Radio zum Nachrichtenempfang

Einlagern der Lebensmittelvorräte ist wichtig und stellt nur einen Teilbereich notwendiger Krisenvorsorge dar. Gerade in Zeiten, wo wir tagtäglich mit dem Leid der Flüchtlinge konfrontiert werden, sollte unser Bewusstsein dafür geöffnet sein, dass wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben, die längst auf der Welt keine Selbstverständlichkeit ist. Was einerseits ein Vorteil ist, hat uns längst in Abhängigkeiten gebracht, bedenkt man nur die Folgen eines längeren Stromausfalls. Die Konsequenzen sind nur wenigen Menschen bewusst.

Durch etwas vorausschauende Planung können wir zwar nicht alle Risiken beseitigen, aber uns zumindest gut vorbereiten, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreffen. Lebensmittelvorräte lassen sich auch in einer kleinen Wohnung verstauen und sollten in jedem Haushalt ganz selbstverständlich eingelagert werden.

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